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Neurovaskuläres Netzwerk
NEURO NETZ MITTE

Wir wollen für die Menschen in der Region Mitte eine optimale Versorgung von neurovaskulären Erkrankungen sicherstellen!

Durch unser Netzwerk Neuro Netz Mitte und die Kooperation der unterschiedlichen Kliniken wird eine hohe Expertise in den beteiligten Krankenhäusern gewährleistet und damit eine optimale Behandlung von Patientinnen und Patienten mit neurovaskulären Erkrankungen auf höchstem Niveau. Das Netzwerk befasst sich sowohl mit allen akuten gefäßbedingten Erkrankungen des zentralen Nervensystems, als auch mit allen Krankheiten oder Anomalien der das Nervensystem versorgenden Gefäße.

Neurovaskuläre Erkrankungen (ischämische Schlaganfälle, Hirnblutungen etc.) haben eine große Bedeutung in unserer Gesellschaft. Schätzungsweise erleiden ca. 270.000 Menschen jährlich einen neuen Schlaganfall in Deutschland. Darüber hinaus ist der Schlaganfall die häufigste Erkrankung, die zu bleibenden Behinderungen führt. Aufgrund der alternden Bevölkerung wird mit einer deutlichen Zunahme von neurovaskulären Erkrankungen zu rechnen sein.  Um das gesamte neurovaskuläre Erkrankungsspektrum auf einem hohen Qualitätsniveau abzubilden, hat die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) gemeinsam mit den Fachgesellschaften für Neurochirurgie und Neuroradiologie ein Zertifizierungsverfahren für sog. neurovaskuläre Netzwerke (NVN) entwickelt (www.dsg-info.de).

Seit 2019 ist unser neurovaskuläres Netzwerk nach diesen Kriterien offiziell zertifiziert und eines der 18 führenden Zentren in Deutschland.

Im Neuro Netz Mitte arbeiten 17 Krankenhäuser in Nordhessen, Ostwestfalen und Nordwest-Thüringen interdisziplinär zusammen, um Patientinnen und Patienten mit schweren neurovaskulären Erkrankungen optimal zu behandeln. Das Netzwerk ist somit eine wichtige Säule für die Gesundheitsversorgung in der Region.

Neurozentrum, Klinikum Kassel

Koordinierendes Zentrum ist das Klinikum Kassel mit seiner überregional zertifizierten Stroke Unit, der Neuro-Intensivstation, der Klinik für Neurologie, der Klinik für Neurochirurgie und dem Institut für diagnostische und interventionelle Neuroradiologie. Darüber hinaus setzt sich das Neuro Netz Mitte aus den neurologischen Abteilungen mit und ohne zertifizierter Stroke Units sowie den telemedizinisch vernetzten internistischen Kliniken mit der Möglichkeit der Schlaganfallbehandlung vor Ort zusammen.

Unsere Behandlungsmöglichkeiten

  • Klinikum Kassel: 14 Betten überregional zertifizierte Stroke Unit
  • St. Vinzenz Krankenhaus Paderborn: 10 Betten überregional zertifizierte Stroke Unit
  • Klinikum Bad Hersfeld: 8 Betten überregional zertifizierte Stroke Unit
  • Helios Kliniken Kassel: 6 Betten regional zertifzierte Stroke Unit
  • Ökumenisches Hainich Klinikum Mühlhausen: 5 Betten zertifzierte Stroke Unit
  • Neurologische Akutklinik, Bad Zwesten: 6 Betten Stroke Unit 
  • Hephata Klinik Neurologie: 4 Betten Stroke Unit

Auf der Neurointensivstation des Klinikum Kassels werden alle gängigen Verfahren der Intensivmedizin und der Neurointensivmedizin angewandt.

 

  • Invasive intrakranielle Druck-Messung (ICP-Messung)
  • Invasives Monitoring des Sauerstoffpartialdruckes (ptiO2-Messung)
  • Non-invasive Nah-Infrarot Spektroskopie (NIRS)
  • 24h-EEG Ableitung
  • Transkranieller Ultraschall
  • Evozierte Potentiale
  • Dialyseverfahren, Plasmapherese und Immunadsorption

Teil des Netzwerkes ist eine telemedizinische Einheit. Dadurch wird neurologische Expertise auch in Netzwerk-Kliniken ohne eigene neurologische Abteilung sichergestellt. Ein Team von neurologischen Fachärztinnen und Fachärzten seht rund um die Uhr (24/7/365) zur Verfügung, um die Kolleginnen und Kollegen der umliegenden Krankenhäuser in der Diagnose und Therapie von akuten Schlaganfällen zu unterstützen. Ziel ist es Patientinnen und Patienten zu identifizieren, die von einer intravenösen Lysetherapie und/oder einer mechanischen Thrombektomie profitieren könnten. Nach dem Prinzip „Time is brain“ wird die Lysetherapie bereits vor Ort gestartet. Insgesamt sind die 10 internistischen Netzwerk-Kliniken teleneurologisch an das Netzwerkzentrum angebunden.

Das Institut für diagnostische und interventionelle Neuroradiologie verfügt über alle modernen diagnostischen und therapeutischen Methoden zur effektiven Behandlung neurovaskulärer Erkrankungen.

  • CT, CT Angiografie, CT-Perfusion
  • 1,5 und 3 Tesla-MRT, MR-Angiografie, MR-Spektroskopie, MR-Traktionsbildgebung
  • Biplanare Angiografie mit digitale Subtraktionsangiografie
  • Mechanische Thrombektomie
  • Extra- und intrakranielle endovaskuläre Stentimplantationen
  • Coiling intrakranieller Aneurysmen
  • Endovaskuläre Versorgung von arteriovenösen Malformationen
  • Endovaskuläre Gefäßobliteration
  • Myelografie

Die vaskuläre Neurochirurgie befasst sich mit der Behandlung von Gefäßfehlbildungen des Gehirns und Rückenmarks. Hierzu zählen Aneurysmen der zerebralen Gefäße, AV-Angiome, Kavernome, durale AV-Fisteln und die Bypasschirurgie zur zerebralen Revaskularisation.

  • Minimal invasive Chirurgie
  • Intraopertives Neuromonitorings (evozierte Potentiale, Cortexstimulation, Wachkraniotomie, Phasenumkehr)
  • Intraoperativer Ultraschall
  • Flureszenzangiografie
  • Neuronavigation

Ablauf und Workflow

1. Untersuchung vor Ort

Untersuchungen und Anamnese der Patientinnen und Patienten vor Ort. Angaben über Vorerkrankungen und -medikation der Patientinnen und  Patienten sind für die Durchführungen des telemedizinischen Konsils Pflicht. Hierfür wurde eine Eingabemaske modifiziert.

2. Teleneurologie Konsil

Teleneurologie-Konsil durch  geschulte Fachärztinnen und Fachärzte für Neurologie der Neurologischen Klinik des Klinikum Kassel. Mündliche Beurteilung während des Video-Konsils.

3. Untersuchungsbefund

Erstellung eines schriftlichen Untersuchungsbefunds und eine Diagnostik- und Therapieempfehlung durch die Teleneurologin bzw. den Teleneurologen. Der Befund wird zentral auf einem Server abgelegt und kann von den Ärztinnen und Ärzten vor Ort direkt abgerufen und zur Patientenakte hinzugefügt werden.

Qualität und Behandlungsstandards

Die Qualitätssicherung des Neuro Netz Mitte erfolgt in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung in Hessen (LAGQH). In Hessen ist eine verpflichtende externe Qualitätssicherung für alle Krankenhäuser vorgesehen, die Schlaganfallpatientinnen und Schlaganfallpatienten behandelt. Diese wird seit Jahren mit hoher Qualität durch die LAGQH durchgeführt und sorgt für eine stetige Verbesserung in der qualitativen Patientenversorgung. Diesem externen Qualitätssicherungsverfahrens ist auch das Neuro Netz Mitte beigetreten, auch für nicht-hessischen Partnerkliniken.  Dadurch wird innerhalb des Netzwerkes eine gleichbleibende hohe Qualitätssicherung gewährleistet mit der Möglichkeit systematischer Analysen. Qualitative Abweichungen in der Versorgung von Schlaganfallpatientinnen und Schlaganfallpatienten können so frühzeitig erkannt und Maßnahmen zur Verbesserung eingeleitet werden. Darüber hinaus können durch dieses Verfahren hervorragend neue Therapieansätze verfolgt und qualitätsgesichert werden.

Weitere Informationen zum hessischen Landesverfahren der Schlaganfall-Akutbehandlung stehen unter www.lagqh.de/qsverfahren/­landesverfahren/schlaganfall-akut bereit.

Ziel des neurovaskulären Netzwerks Neuro Netz Mitte ist die optimale und effiziente Schlaganfallversorgung auf Basis des aktuellen Wissensstandes. Um eine einheitliche Schlaganfallbehandlung in unserem Netzwerk sicherzustellen, haben wir gemeinsame Behandlungsstandards festgelegt. Im Sinne eines Wegweisers sind in dem Netzwerkmanual des Neuro Netz Mitte die notwendigen Behandlungsschritte zusammengefasst. Basis jeglicher individuellen Patientenbehandlung sind immer die aktuellen nationalen und internationalen Leitlinien beispielsweise der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall Gesellschaft (DSG).

Damit im Falle einer Verlegung innerhalb des Netzwerks alle wichtigen Informationen übermittelt werden, nutzen wir im Neuro Netz Mitte ein Lyseprotokoll. Hier werden alle behandlungsrelevanten Zeitdaten zu eingeleiteten Therapiemaßnahmen erfasst.

Darüber hinaus stellen wir unseren Netzwerkpartnern auch das Ärztliche Manual der Stroke Unit am Klinikum Kassel zur Verfügung.

Im Sinne einer Fallbesprechung und gemeinsamen Therapiefestlegung haben unsere Netzwerkpartner die Möglichkeit, Patienten in wöchentlichen Neurovaskulären Konferenzen vorzustellen.

Alle Dokumente stehen im Folgenden als Download zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartner

PD Dr. Christian Roth

Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum Kassel | Leiter NeuroNetzMitte

PD Dr. Christian Roth

Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum Kassel | Leiter NeuroNetzMitte

Yogesh P. Shah

Chefarzt Neurologische Akutklinik der Hardtwaldklinik in Bad Zwesten | Stellv. Leiter NeuroNetzMitte

Yogesh P. Shah

Chefarzt Neurologische Akutklinik der Hardtwaldklinik in Bad Zwesten | Stellv. Leiter NeuroNetzMitte

Dr. Johannes Matthaei

Stroke Unit der Klinik für Neurologie am Klinikum Kassel | Ärztl. Koordinator NeuroNetzMitte

Dr. Johannes Matthaei

Stroke Unit der Klinik für Neurologie am Klinikum Kassel | Ärztl. Koordinator NeuroNetzMitte